Autoren lesen

Katharina Adler

Katharina AdlerKatharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt.

Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans Ida erhielt sie das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018, nach Erscheinen des Buches, folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.

Ida

Als Sigmund Freuds »Fall Dora« wurde sie weltberühmt: Ida Bauer, das jüdische Mädchen mit der »petite hystérie« und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Ida, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, um die Befriedigung brachte, »sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien.« Von ihr handelt dieser mitreißende Roman. Mit scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler, Idas Urenkelin, die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung.

Die Lesung wird simultan in deutsche Gebärdensprache übersetzt.

So, 7. Juli
11 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
12 Euro
5 Euro

Lars Amend
 

Lars Amend

Lars Amend verbrachte zwei Jahre in London, im Zentrum von Musik, Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Zurück in Deutschland, war er Anfang 20 und lebte seinen Traum. Während andere Menschen zur Arbeit gingen, philosophierte er mit Moby über die Simpsons, aß mit Pink Gemüsepizza, sprach mit Amy Winehouse über die große Liebe und stellte mit Pharrell Williams legendäre Mixtapes zusammen. Sein Debüt Bushido wurde 2008 auf Anhieb eines der erfolgreichsten Bücher des Jahres und von Kult-Regisseur Bernd Eichinger verfilmt.

It’s All Good: Ändere deine Perspektive und du änderst deine Welt

Das Leben, von dem wir alle träumen, ist gar nicht so weit weg. Es liegt direkt vor unseren Füßen. Wir müssen seine Schönheit nur wieder in all ihren Facetten erkennen. Bestseller-Autor und Life-Coach Lars Amend möchte zu diesem Perspektivwechsel aufrufen – eine Liebeserklärung an den Augenblick, ein Appell, sich einfach mal aus der Jammer-Spirale auszuklinken. Ein Plädoyer, sich wieder auf Werte zu besinnen, wie z. B. Dankbarkeit für die Großartigkeit der Welt.

Die Lesung wird gefilmt und in sozialen Netzen weiterverbreitet.

Die Lesung wird simultan in deutsche Gebärdensprache übersetzt.

So, 7. Juli
15 Uhr
Pfleghof
Pfleghofsaal
15 Euro
8 Euro

Jean-Baptiste Del Amo

Jean-Baptiste Del Amo

Jean-Baptiste del Amo wurde 1981 in Toulouse geboren und hat in Afrika bei einer AIDS-Hilfe-Organisation gearbeitet.
Sein erster Roman Die Erziehung wurde mit dem Debütpreis des Prix Goncourt ausgezeichnet. Heute lebt er als Schriftsteller auf dem Land in Frankreich. Für Tierreich erhielt er den Prix du Livre Inter.

Règne animal / Tierreich

Der Roman handelt von dem Leben mehrerer Generationen von Schweinezüchtern in Frankreich. In dieser Welt, erklärt Rezensent Dirk Fuhrig (DLF Kultur), spielt Bildung kaum eine Rolle. Man wird geboren, man schuftet, man kriegt Kinder, man leidet, man kämpft und das wars. Kurz: Man folgt den menschlichen und traditionell überlieferten Instinkten. Mit seiner wuchtigen Sprache gelingt es Del Amo, den Leser tief in die bedrückende Welt hineinzuziehen und den harten Weg hin zu einer industrialisierten Tierhaltung aufzuzeigen.

Eine französisch-deutsche Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Karin Uttendörfer als Moderatorin und Benedikt Müller als Sprecher. In Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Kulturinstitut.
Sa, 6. Juli
13 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
7 Euro
0 Euro

Simone Dorra / Ingrid Zellner

Simone Dorra / Ingrid Zellner

Simone Dorra erblickte 1963 in Wuppertal das Licht der Welt und ist seit 1983 in Baden-Württemberg zu Hause. Die gelernte Buchhändlerin arbeitete zunächst in einem Stuttgarter Verlag und gestaltete dann als Sprecherin und Journalistin Radioprogramme für den Privatrundfunk. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Welzheim, wo sie heute als Lokaljournalistin für die örtliche Tageszeitung arbeitet.

Simone Dorra und Ingrid Zellner stellen zum Tübinger Bücherfest ihr gemeinsames Buch »Kuckuckssohn« vor.

Kuckuckssohn

Nach dem Tod des Unternehmers Traugott Gebhard aus Schwäbisch Gmünd gibt es eine handfeste Überraschung: Seine Söhne Markus und Julius müssen das Erbe mit dem bislang unbekannten Halbbruder Göran aus Schweden teilen. Unschöne Szenen in dem eigentlich geordneten Familienverbund spielen sich ab. Göran schlägt sein Erbteil aus und kehrt nach Schweden zurück – zum Bedauern von Markus’ Ehefrau Elisabeth und ihrer Tochter Vivien, denen das neue Familienmitglied sympathisch ist. Einige Monate später entschließt sich Elisabeth zu einem spontanen Trip in das nordschwedische Kiruna. Hier trifft sie Göran wieder …

Sa, 6. Juli
15 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
7 Euro
0 Euro

Jan Drees

Jan Drees

Jan Drees wurde 1979 geboren, studierte unter anderem Mediävistik und Philosophie und arbeitete als Autor und Rezensent für Rundfunk und Presse. Sein erster Roman Staring at the Sun erschien 2000. Seither hat er Prosa und Sachbücher veröffentlicht, Sandbergs Liebe ist sein dritter Roman. Im Deutschlandfunk ist Drees seit 2016 einer der Moderatoren des Büchermarkts, er wurde im Juli 2016 Nachfolger Denis Schecks als Literaturredakteur.

Sandbergs Liebe

»Das hier ist die Geschichte von Kristian Sandberg, er wird sie selbst erzählen. Aber – und dieses Aber teilt eine ganze Welt – es gibt zwei Wahrheiten. Es gibt Kristian Sandberg. Es gibt Kalina.« So beginnt dieses zutiefst verstörende Buch über eine scheinbar so glückliche und dann so schnell zerstörerische Liebe. Wie Kristian seine psychische Gesundheit langsam und kaum merklich verliert, und mit ihr fast alles andere, wirkt lange nach. Zu Recht wurde es als NDR Buch des Monats Februar gewählt.

Die Lesung wird moderiert von Joachim von Zepelin (Secession-Verlag).

Sa, 6. Juli
17 Uhr
Pfleghof
Pfleghofsaal
10 Euro
3 Euro

Andreas Eschbach

Andreas Eschbach

Andreas Eschbachist einer der profiliertesten und erfolgreichsten deutschen Autoren im Bereich der Science Fiction und des Thrillers.

Mit Die Haarteppichknüpfer (1995) begann er seine Autorenkarriere, die ihm heute erlaubt, als Freier Autor in der Bretagne zu leben. Bereits 1998 durfte er einen Gastroman für die Perry-Rhodan-Serie verfassen, dem viele mehr folgen sollten.

Perry Rhodan - Das größte Abenteuer

Homer G. Adams berichtet, wie Perry Rhodan aufgewachsen ist, wie beim ersten bemannten Flug auf den Mond das Schiff der Arkoniden findet und mit ihrer Hilfe einen Weltkrieg verhindert. Danach macht er sich auf den Weg zum ersten interstellaren Raumflug der Menschheitsgeschichte …

Die Vorgeschichte des legendären Perry Rhodan, dessen Abenteuer seit 1961 die deutschen SF-Fans begeistern, geschrieben von einem seiner größten Verehrer – das kann man sich nicht entgehen lassen!

»Andreas Eschbachs ultrafetter – und doch höchst vergnüglich zu lesender – Wälzer schließt eine erstaunliche Lücke.« (Der Standard)
Sa, 6. Juli
19 Uhr
Pfleghof
Pfleghofsaal
12 Euro
5 Euro

Tomer Gardi

Tomer GardiTomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt in Berlin. Er studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. 2016 erschien sein Debütroman Broken German, der vom SWR als Hörspiel produziert wurde. Seine feurigen Lesungen sind ein besonderes Erlebnis und haben großen Erfolg.

 

Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück

Der Bürokrat im Arbeitsamt kennt den Beruf gar nicht – »Schriftsteller«, was soll das denn sein? Und da schlägt ihm der Autor einen Deal vor: Er erzählt ihm, ganz wie Scheherazade in 1001 Nacht, Geschichten, und wenn sie gefallen, bekommt er den begehrten Stempel. So entfaltet sich eine atemberaubende Folge von Erzählungen, voller Wirt und Humor, und zugleich so traurig wie das Leben: »Eine Sprache wie ein Feld voller Fallen, wie ein Minenfeld«, heißt es treffend im Roman.

Wer Tomer Gardi aus seinem Erstling Broken German lesen hören möchte, sei auf das SWR-Fest am Sonntag verwiesen.
Sa, 6. Juli
19 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
10 Euro
3 Euro

Juan Guse

Juan GuseJuan S. Guse wurde 1989 in Seligenstadt geboren und hat argentinische Wurzeln. 2012 gewann Guse für seine Erzählung Pelusa im Alter von 23 Jahren als einer der jüngsten Teilnehmer den Berliner Literaturwettbewerb open mike. Sein Debütroman Lärm und Wälder erschien 2015.

 

Miami Punk

Der Atlantik hat sich über Nacht von der Küste Floridas zurückgezogen und eine Wüste hinterlassen. Kreuzfahrtschiffe rosten im Sand vor Miami, die Hotels bleiben leer, der Hafenbetrieb ist eingestellt … Mittendrin eine überambitionierte Indie-Game-Programmiererin, eine strauchelnde Arbeiterfamilie, eine junge Soziologin und ein E-Sport-Team aus Wuppertal. Witzig und traurig, düster und labyrinthisch – ein Roman über die Bedeutung von Arbeit, über Herrschaft und Macht und über einsame Nächte vor dem Computer.

In Kooperation mit Querfeldein e.V. Juan S. Guse ist dessen Gast am Sonntag, 7. Juli, um 19.30 Uhr im Ribingurumu.

So, 7. Juli
15 Uhr
vor der Burse
Lamm
12 Euro
5 Euro

Dörte Hansen

Dörte HansenDörte Hansens wuchs in Nordfriesland auf, zuhause wurde Plattdeutsch gesprochen. Ihre erste »Fremdsprache« Hochdeutsch lernte sie in der Schule. Sie arbeitete bis 2012 als Journalistin, seither ist sie als freie Autorin tätig. In ihrem ersten Roman Altes Land verarbeitete sie das Thema Heimat, in ihrem zweiten Roman Mittagsstunde lotet sie deutsches Dorfleben aus. Beide Romane wurden Bestseller.

Mittagsstunde

Als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt, hat er hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Dörte Hansen erzählt vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

Sa, 6. Juli
15 Uhr
Bürgerheim
Kino Löwen
15 Euro
8 Euro

Petra Hartlieb

Petra HartliebPetra Hartlieb wuchs in Oberösterreich auf und studierte Psychologie und Geschichte in Wien. Dort übernahm sie eine Buchhandlung, die sie unter ihrem Namen weiterführt.

2014 veröffentlichte sie den Roman Meine wundervolle Buchhandlung. Er wurde mit über 60.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Weitere Bücher folgten. Petra Hartlieb gehört der Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 an.

Sommer in Wien

1912: Die Familie des großen Dramatikers Arthur Schnitzler fährt mit ihrem Kindermädchen Marie in die Sommerfrische auf die kroatische Insel Brioni. Kurz darauf liegen in Maries Leben wieder einmal großes Glück und großes Leid nah beieinander: Sie hat sich mit dem Buchhändler Oskar verlobt, ist überglücklich – und muss als bald verheiratete Frau die geliebten Kinder der Schnitzlers verlassen. Sie wird Mutter und hilft ihrem Mann in der Buchhandlung, aber die Welt befindet sich in Aufruhr: Der Erste Weltkrieg stellt alles infrage, was bisher sicher schien.

Die Lesung wird simultan in deutsche Gebärdensprache übersetzt.
So, 7. Juli
15 Uhr
Museum
12 Euro
5 Euro

Christoph Hein

Christoph Hein

Christoph Hein ist bekannt geworden durch seine Novelle Drachenblut, die in der DDR unter anderem Titel erschien. Hein war erster gesamtdeutscher PEN-Präsident. Er zählt zu den wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Verwirrnis

Christoph Hein stellt seinen Roman Verwirrnis und die »autobiografischen Geschichten« mit dem Titel Gegenlauschangriff vor. In seinem Roman schreibt er über eine Liebe in den 50er Jahren, die in die Hörsäle und das intellektuelle Milieu Leipzigs führt. Als präziser Beobachter der jüngeren deutschen Geschichte und die fortbestehende Trennung zwischen Ost und West erinnert er sich anlässlich seines 75. Geburtstags an persönliche Erlebnisse, an Zensur und Reise(un)freiheit, und berichtet schließlich davon, wie all das Geschichte wurde.

Fr, 5. Juli
21 Uhr
Museum Kino 1
15 Euro
8 Euro

Klaas Huizing
 

Klaas Huizing

Der Niederländer Klaas Huizing studierte in Hamburg, Münster, Kampen, Heidelberg und München Philosophie und Theologie und lehrt seit 1998 als Professor für Ästhetische Theologie in Würzburg. Sein Werk umfasst neben wissenschaftlicher Literatur ein Theaterstück und zwölf Romane.

Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum

Karl Barth gehörte zu den großen historischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er gilt als der Kopf der »Bekennenden Kirche« im Kampf gegen Hitler und die »Deutschen Christen« – und ist gewissermaßen der evangelische Kirchenvater des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist: 35 Jahre lebte er mit seiner Mitarbeiterin und Geliebten Charlotte von Kirschbaum und seiner Ehefrau unter einem Dach. Der Roman konzentriert sich vor dem Hintergrund der großen Dramen des 20. Jahrhunderts auf das private Drama.

So, 7. Juli
13 Uhr
Stadtmuseum
10 Euro
3 Euro

Andrea Mittag

Andrea Mittag

Andrea Mittag, geboren 1986 in Zittau, Sachsen. Seit 1991 schreibend. 2004–2008 Reisen nach Tabu. 2008: Tübingen, bis heute. 10 Jahre Topfschlagen an der Universität ebd. Dann Ende akzeptiert. Bis 2017 ausschließlich Gedichten gewidmet. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Beschäftigt mit dem zu leisen Leben. Weitere Projekte mit Pantomime, Tieren, soft robotics und anderen Künstlern geplant. Mein Staat ist ihr erstes Buch.

Mein Staat

Musik: Wolfram Karrer

Mein Staat ist nicht negativ, eher Futter suchend, von Grenze zu Grenze. Immer jetzt! Als Antwort auf die Frage nach dem schönsten Moment. Ich sage nachdrücklich: In der Mitte findet kein Leben statt. Wie auch der Kampf gegen die Doktortitelwürde der Zukunft in der Textfigur Dr. Morgen: die asthmatische Frau am Strand. Die, die alle Autotüren verriegelte, damit ich nicht hinabfall.

Dieses außergewöhnliche literarische Debüt besticht mit einer nie gehörten Prosa. Sie überschreitet die Grenzen zur Lyrik und gewinnt eine hypnotische Kraft, die von Wolfram Karrer kongenial auf dem Akkordeon vertieft wird.

In Kooperation mit dem Verlag Hans Schiler und dem Club Voltaire e.V.
Sa, 6. Juli
21 Uhr
Club Voltaire
7 Euro
0 Euro

Raffaella Romagnolo

Raffaella Romagnolo

Raffaella Romagnolo, geboren 1971 in Casale Monferrato, unterrichtet Geschichte und Italienisch an einem Gymnasium. Seit 2007 schreibt sie mit großem Erfolg auch Romane. Ihr neuer Roman Bella Ciao sorgt international für Aufmerksamkeit und ist in zahlreichen Sprachen erschienen. Raffaella Romagnolo lebt heute in Rocca Grimalda im Piemont.

Die Veranstaltung fällt leider aus persönlichen Gründen (Todesfall) aus.

Bella Ciao

Piemont, 1946. Giulia Masca kommt als gemachte Frau zurück in das Städtchen ihrer Kindheit, wo sie noch eine Rechnung offen hat. Vor fast fünfzig Jahren wurde sie hier von ihrer besten Freundin Anita und ihrem Verlobten hintergangen, weshalb Giulia die Flucht ergriff und sich in New York eine neue Existenz aufbaute. Während für Giulia der American Dream wahr wurde, machten die Leute in Borgo di Dentro zwei Weltkriege durch, erlebten das Aufkommen des Faschismus und den Befreiungskampf gegen das Regime. Nach einem halben Jahrhundert will sie Anita wieder treffen – wie werden sie sich gegenübertreten?

Rafik Schami

Rafik SchamiRafik Schami, 1946 in Damaskus geboren, wanderte 1971 in die Bundesrepublik aus. Er studierte Chemie in Heidelberg und schloss sein Studium 1979 mit der Promotion ab. Heute zählte er zu den bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher erschienen in 31 Sprachen und wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Chamisso-Preis, dem Nelly-Sachs-Preis, dem Preis gegen das Vergessen und für Demokratie und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis und dem Jugendbuchpreis der Stiftung Weltethos.

Seit 2002 ist Rafik Schami Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Ausführliche Daten www.rafik-schami.de

Veröffentlichungen u.a.: Eine Hand voller Sterne (1987), Erzähler der Nacht (1989), Die dunkle Seite der Liebe (2004), Das Geheimnis des Kalligraphen (2008), Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte (2011), Sophia, oder der Anfang aller Geschichte (2015), Sami und der Wunsch nach Freiheit (2017), Ich wollte nur Geschichten erzählen (2017)

Eine ungewöhnliche Erzählstunde!
Rafik Schami nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch seine schönsten Geschichten. In einer unnachahmlichen Mischung aus Lebensphilosophie, Humor und Melancholie erzählt Rafik Schami über Sehnsucht und Träume, Freundschaft und List, Lachen und Liebe.

Er versteht es, die Leserinnen und Leser in seinen oft märchenhaften Geschichten zu verzaubern und zugleich ein wichtiges Stück gesellschaftlicher Realität einzufangen.

Fr, 5. Juli
19 Uhr
Wilhelmsstift
Museum Kino 1
15 Euro
8 Euro

Regina Scheer

Regina ScheerRegina Scheer studierte von 1968 bis 1973 Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Sie arbeitete als Redakteurin, seit der Wende freiberuflich als Publizistin, Historikerin und Herausgeberin. Sie lebt in Berlin. Scheer veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte, 2014 ihren ersten Roman Machandel, und soeben ist ihr neues Buch Gott wohnt im Wedding erschienen.

Gott wohnt im Wedding

Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.
Alle sind sie untereinander und schicksalhaft mit dem ehemals roten Wedding verbunden, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin. Mit dem heruntergekommenen Haus dort in der Utrechter Straße. Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat.

Sa, 6. Juli
13 Uhr
Pfleghof
Pfleghofsaal
12 Euro
5 Euro

Robert Seethaler

Robert SeethalerRobert Seethaler wuchs in Wien auf und lebt heute in Berlin. Als Schauspieler wirkte er in einer Vielzahl von Filmen für Kino und Fernsehen sowie am Theater mit. Mittlerweile ist er einer der erfolgreichsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sein Roman Der Traffikant war sowohl als Buch wie als Film ein großer Erfolg, ebenso seine Romane Ein ganzes Leben und Das Feld.

Das Feld

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. Die geschilderten Menschenleben hängen miteinander zusammen und fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Sa, 6. Juli
13 Uhr
Wilhelmsstift
Museum Kino 1
15 Euro
8 Euro

Simon Strauß

Simon StraußSimon Strauß, geboren 1988 in Berlin, studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Er ist Mitgründer der Gruppe »Arbeit an Europa«.
2017 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer althistorischen Arbeit über Konzeptionen römischer Gesellschaft. Er lebt in Frankfurt, ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Erstlingswerk »Sieben Nächte« fand viel Beachtung bei Kritik und Publikum.

Römische Tage

Ein junger Mann kommt in die ewige Stadt, um die Gegenwart abzuschütteln. Er sucht einen eigenen Weg, fühlt fremde Zeiten in sich leben. In Rom erinnert er sich. In Rom verliebt er sich. In Rom trauert er. Er trifft auf außergewöhnliche Menschen und findet seine Aufgabe: Alles wahrnehmen, nichts auslassen. Römische Tage führt zu den vielen Anfängen und Enden unserer Welt und fragt, was wir morgen daraus machen.

Begeistert und melancholisch, leichtfüßig und ergreifend erzählt Simon Strauß in seinem neuen Roman Römische Tage, warum Gegenwart nicht ohne Vergangenheit auskommt.
Sa, 6. Juli
15 Uhr
Pfleghof
Pfleghofsaal
12 Euro
5 Euro

Tina Stroheker

Tina StrohekerDie 1948 in Ulm geborene Tina Stroheker hat Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaft in München studiert, an verschiedenen Gymnasien unterrichtet und lebt seit 1983 als Freie Schriftstellerin. Ihr lyrisches Werk liegt in mehreren Bänden vor. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2017 mit dem Andreas-Gryphius-Preis.

Inventarium

Tina Stroheker hat Inventur gemacht. In den Prosaminiaturen ihres Inventariums widmet sie sich den Dingen, die sie über Jahrzehnte hinweg begleitet haben: Brille, Melitta-Filter, Fliegenklatsche. Dingen, wie sie sich in unser aller Leben versammeln. Unspektakulär sind diese Dinge, meist ohne errechenbaren Wert, doch mit jedem verbinden sich Erinnerungen und Empfindungen, denen die Autorin aufmerksam und poetisch nachsinnt. Im Stadtmuseum, einem Ort, an dem die Dinge und ihre Geschichten aufbewahrt werden, gibt sie Einblick in ihr ganz persönliches Sammelalbum.

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Tübingen.

Sa, 6. Juli
15 Uhr
Stadtmuseum
0 Euro

Yoko Tawada

Yoko TawadaYoko Tawadas leise, hochsensible Texte erhalten ihre Kraft und Weite nicht zuletzt aus der Zweisprachigkeit der in Japan geborenen, heute in Berlin lebenden Autorin. Eindringlich, poetisch und komplex – was Sprache vermag, zeigen nur wenige so intensiv. Ihr Lebenswerk wurde 2016 mit dem Kleist-Preis und 2018 mit der Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet.

Sendbo-o-te und andere Texte

Nach einer Katastrophe hat Japan die Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Alle Kinder in der Zeit werden krank geboren, zugleich sind sie weise und fröhlich, ein Hoffnungsschimmer. Die Alten hingegen leben immer länger.  Der herzerwärmende Junge Mumey kann vieles nicht mehr. Yoshiro kümmert sich mit großer Liebe um ihn.  Als Student war Yoshiro mit einer Frau aus Deutschland befreundet. Manchmal fragt er sich, ob sich die Umwelt dort auch so verändert hat wie in Japan. Wie es deren Urenkeln geht. Als der Alltag schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als »Sendboten« ins Ausland zu schmuggeln, zu Forschungszwecken … Was wird aus Mumey?

»Dieses Buch hat mich berührt wie lange keins mehr.« (Denis Scheck)
Sa, 6. Juli
15 Uhr
Wilhelmsstift
Museum
12 Euro
5 Euro

Mesale Tolu

Mesale Tolu

Meşale Tolu, 1984 geboren, ist eine deutsche Journalistin kurdischer Herkunft. Mitte April 2017 wurde sie in der Türkei festgenommen, ohne dass deutsche Behörden hierüber informiert wurden. Im Dezember 2017 wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen. Am 20. August 2018 hob ein Gericht die Ausreisesperre gegen Tolu auf, nicht aber die gegen ihren Ehemann, der heute noch im Gefängnis sitzt.

"Mein Sohn bleibt bei mir!"

Sie war eine prominente deutsche Geisel der türkischen Regierung: Als angebliche Terrorunterstützerin saß die Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu mit ihrem kleinen Sohn in Haft; danach wurde ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert. Jetzt, wieder in Deutschland, berichtet sie über diese Zeit: über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit. Ein sehr persönliches Buch, das zugleich deutlich macht, wie das Regime in Ankara mit seinen Kritikern umgeht.

Sa, 6. Juli
15 Uhr
Weltethos Institut
12 Euro
5 Euro

Ulrich Woelk

Ulrich WoelkUlrich Woelk wuchs in Köln auf und studierte Physik und Philosophie in Tübingen. Seit 1995 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Er erhielt mehrfach Stipendien. Sein Roman Freigang wurde 1990 mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Woelk hatte die Poetik- und Schreibdozentur in Tübingen inne. Sein Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Hörspiele und Essays

Der Sommer meiner Mutter

Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge. Tobias eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt.

Sa, 6. Juli
17 Uhr
Museum
12 Euro
5 Euro

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek ist einer der interessantesten und eigenwilligsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als junger Autor begeisterte ein großes Publikum mit seinen Gedichten, später kamen Romane hinzu. Er verweigert sich seit seinen literarischen Anfängen weitgehend dem Literaturbetrieb.

Erde und Papier

John Lennon ist tot, und Wolf Wondratschek erinnert sich an eine Zeit, als vier Liverpooler das Grau der Welt in bunte Explosionen zersprengten. Renoir malt ein schlafendes Mädchen, aber er glaubt dem Maler nicht. In einer Kirche spricht er über Johann Sebastian Bach, in einer Erzählung mit einem, der zu Fuß nach China unterwegs ist. Warum ist die Pfeife, die Magritte gemalt hat, keine Pfeife? Aber der Rauchfangkehrer, der mit Gedichten von ihm vor seiner Tür steht, ist echt. Noch nie hat Wolf Wondratschek sich in Verlegenheit gefühlt, die Vernunft träumen und die Fakten tanzen zu lassen.

Fr, 5. Juli
21 Uhr
Museum
15 Euro
8 Euro

Takis Würger

Takis WürgerTakis Würger, Jahrgang 1985, ist Redakteur beim Spiegel, hat mehrere Journalistenpreise gewonnen und hat zwei erfolgreiche Romane, Der Club (2017) und in diesem Jahr Stella veröffentlicht. Stella, ein Roman über die die jüdische Gestapo-Kollaborateurin Stella Goldschlag, löste eine heftige Feuilletondebatte aus und entzweite die Literaturkritik.

Stella

Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Moderation: Bernadette Schoog
So, 7. Juli
15 Uhr
Bürgerheim
Kino Löwen
15 Euro
8 Euro

nach oben