Lyrik


Franz-Josef Czernin

 Franz-Josef Czernin

Als Essayist und als Lyriker ist Franz Josef Czernin eine der unverwechselbaren Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Der 1952 in Wien geborene Autor ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und erhielt, unter vielen anderen, den H. C. Artmann- und den Ernst-Jandl-Preis.

reisen, auch winterlich

Ich kann zu meiner Reisen / Nicht wählen mit der Zeit: / Muß selbst den Weg mir weisen / In dieser Dunkelheit.

Unter diesem Motto Wilhelm Müllers steht der neueste Gedichtband des österreichischen Autors, der schon mehrfach dem lyrischen Sprechen neue Wege gewiesen hat. Ist es Heimatlosigkeit oder Liebe, Enttäuschung oder Sehnsucht?

Der Leser versinkt in den Abgründen einer poetischen Sprache. Die Zuhörer werden von Czernin behutsam mit »Gedichten zum Anschauen« in die komplexe Struktur eingeführt.
So, 7. Juli
11 Uhr
Stadtmuseum
7 Euro
0 Euro

Marcus Hammerschmitt

 Marcus Hammerschmitt

Marcus Hammerschmitt, geboren 1967 in Saarbrücken. Schriftsteller, Journalist und Fotograf in Tübingen. Bisher 19 veröffentlichte Bücher, darunter Target (Roman, Suhrkamp), Instant Nirwana (Essay, Aufbau), Waschaktive Substanzen (Kurzprosa, Edition Monhardt). Träger verschiedener Preise, z.B. des Thaddäus Troll-Preises, des Essaypreises der Büchergilde Gutenberg, des Würth-Literaturpreises.

Der Brief des Nachtportiers

Obwohl Marcus Hammerschmitt über die Jahre immer wieder Gedichte in namhaften Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht hat, ist „Der Brief des Nachtportiers“, erschienen bei der Edition Monhardt (Berlin), sein erster Gedichtband. Er versammelt Texte aus über 30 Jahren in acht Zyklen, die die ganze Bandbreite des poetischen Schaffens von Marcus Hammerschmitt aufzeigen. »Verschränkung ist Heimat«, behaupten die Verse, sie betreiben Fein- und Grobalchemie, Science ist für sie anscheinend sexy. Melancholische Töne, Neuauffassungen des Surrealismus und des magischen Realismus gehen mit unvermutet politischen und aktuellen Schlaglichtern eine Verbindung ein, der man sich schwer entziehen kann.

So, 7. Juli
13 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
7 Euro
0 Euro

Christine Langer / Eva Christina Zeller

Christine Langer / Eva Christina ZellerChristine Langer, 1966 in Ulm geboren, ist ausgebildete Industriekauffrau. Sie debütierte im Jahr 2000 mit dem Band Treppenaufgang und hat seither mehrere mit Preisen ausgezeichnete Lyrikbände vorgelegt. Seit 2003 ist sie Chefredakteurin der Literaturzeitschrift Konzepte.

Christine Langer / Eva Christina ZellerEva Christina Zeller ist in Stuttgart aufgewachsen und hat in Berlin und Tübingen Philosophie, Germanistik, Theaterwissenschaft und Rhetorik studiert. 1988 wurde sie Lektorin an der University of Otago im neuseeländischen Dunedin. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Rundfunkjournalistin und unterrichtet kreatives Schreiben am Leibniz Kolleg der Universität Tübingen. Ihr Werk umfasst Prosatexte, Theaterstücke und Gedichtbände. Sie lebt in Tübingen.

Dichterinnen im Dialog

In einer Doppellesung geben Christine Langer und Eva Christina Zeller, beides Lyrikerinnen, deren Gedichtbände im Tübinger Klöpfer, Narr Verlag erscheinen, Einblick in ihre Werkstatt und Ausblick auf ihr Gesamtwerk.

Der Ort des Geschehens, der am Neckar gelegene Stiftsgarten, verlieh einem von Eva Zellers Gedichtbänden sogar seinen Titel (Stiftsgarten, 2006).

Christine Langer spannt in ihrem 2018 erschienenen Körperalphabet indes den Bogen von außen nach innen: Von der uns umgebenden Natur auf den eigenen Körper, der zum Spiegel der Natur und Spiegel der Seele wird.

Gefördert von der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg.

Sa, 6. Juli
17 Uhr
Stiftsgarten
Stiftskapelle
0 Euro

Irmgard Lersch / Karl-Joseph Kuschel

Irmgard Lersch / Karl-Joseph KuschelIrmgard Lersch studierte Germanistik, Geschichte und Katholische Theologie in Münster, Tübingen und Wien. Sie lebt seit 1967 in Tübingen und unterrichtete am Uhlandgymnasium in Tübingen. Seit ihrer Pensionierung beschäftigt sie sich vertieft mit Hölderlin und Goethe und literarischen Themen des 20. Jahrhunderts. Sie hält Vorträge und schreibt Textbücher für Lesungen.

Irmgard Lersch / Karl-Joseph KuschelKarl-Josef Kuschel, Ur-Tübinger aus dem Rheinland, hat am Tübinger Institut für ökumenische und interreligiöse Forschung gelehrt und geforscht. Leben ist Brückenschlagen: Der Titel eines seiner Bücher ist sein Lebensmotto, Brückenschlagen von der Literatur zur Religion, von Religion zu Religion, wie in Lessings Ringparabel oder im Festmahl am Himmelstisch.

Goethes West-Östlicher Divan

Vor zweihundert Jahren erschien einer der schönsten Lyrikbände der deutschen Literatur – im West-östlichen Divan eignete sich Goethe nicht nur Motive der arabischen und persischen Literatur an, sondern ergänzte sie in den Noten und Abhandlungen zusätzlich mit historischen Details und Reflexionen.

Zu diesem Anlass gibt es eine besondere, epochen- und kulturenübergreifende musikalische Lesung. Wie Goethe in seinem lyrischen Alterswerk 1819 möchten Lesung und Musik 2019 »auf heitere Weise den Westen und Osten, das Vergangene und Gegenwärtige verknüpfen«.

Es lesen Karl-Josef Kuschel, Irmgard Lersch und Mohammed Ali Gharagozlou (Rezitation eines Hafis-Gedichtes auf Farsi). Es spielen Ehsan Hejri (Santur) und Farzad Djamali (Daf).

Sa, 6. Juli
20 Uhr
Museum
12 Euro
5 Euro

Chandal Nasser

Chandal NasserChandal Nasser ist 1958 in Süd-Brasilien geboren und dort aufgewachsen. Ihre Muttersprache ist Portu­gie­sisch. In dieser Sprache sind von ihr zwei Gedicht­bände erschienen. Seit 24 Jahren lebt sie in Deut­sch­land. Seit 2011 schreibt sie auf Deutsch, vor allem Lyrik. In dieser Sprache sind von ihr zwei Gedichtbände erschienen. Im Mai 2019 erscheint ihr neuestes Buch Eindrücke aus Babel.

Eindrücke aus Babel

Die Gedichte in „Eindrücke aus Babel“ haben einen alltäglichen Ton, aber mehrere Sprachen mischen im Hintergrund mit: Das Portugiesisch des Herkunftslandes und das Arabisch, Französisch und Katalanisch der Großeltern. Dazu kommen weitere Sprachen: Die der Filme, die der Jahreszeiten, die einer Schreibenden. Die Texte suchen nach der Essenz. Einzeln konzipiert bilden die Gedichte ein Mosaik von Bildern einer südbrasilianischen Kindheit gemischt mit den Erfahrungen, in Deutschland und in der neuen Sprache heimisch zu werden.

Mit Chandal Nasser spricht Eva Christina Zeller. Die Texte liest Magdalena Flade.

In Kooperation mit der vhs Tübingen, dem Verlag Hans Schiler und dem Club Voltaire e.V.
Sa, 6. Juli
19 Uhr
Club Voltaire
7 Euro
0 Euro

Nik Salsflausen / Philip Herold / Marius Loy

Nik Salsflausen / Philip Herold / Marius Loy

Nik Salsflausen ist ein großer Geschichtenerzähler, baden-württembergischer Meister 2014 und deutschsprachiger Vizemeister 2016 im Poetry Slam. Salzflausen, Philip Herold, der zweifache deutschsprachige Vizemeister und die Speerspitze der Tiergedichts-Bewegung, und Marius Loy, Bühnenpräsenz in Person und baden-württembergischer Vize 2018, zeigen offensiv das große Potential des Poetry Slam.

Poetry-Slam

Wohl kaum eine andere Subkultur hat im letzten Jahrzehnt einen ähnlichen Hype erlebt. Über Wohl und Wehe der SlammerInnen entscheidet allabendlich per Applaus das Publikum. Angesichts dieses permanenten Druck ist es nicht verwunderlich, dass die DichterInnen es bisweilen genießen, abseits des Wettbewerbsgedanken die Perlen Ihrer Kunst zu präsentieren.

Mit Philip Herold, Marius Loy und Nik Salsflausen, moderiert von Nicolas-Raphael Groschke.

So, 7. Juli
13 Uhr
vor der Burse
Lamm
12 Euro
5 Euro

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